SCHLOSSRUINE


Seit Anfang September 2000 wird die Ruine des 1958 abgerissenen Schlosses freigelegt. Dabei stellte sich heraus, dass unter dem Abbruchschutt ein beträchtlicher Teil des Keller- und Erdgeschosses der ehemals dreigeschossigen Anlage erhalten geblieben ist.





Deren Substanz besteht vorwiegend aus dem spätromanischen Mauerwerk eines polygonalen Berings mit integrierter Kapelle. Das in erstaunlicher Werksteinqualität hergestelle Mauerwerk, aus der Zeit um 1230, ist stellenweise noch bis in einer Höhe von zehn Metern vorhanden.





Weitere Mauerzüge und Kellergewölbe sowie der mächtige Erdwall mit Graben sind aus einer Bauphase von 1555/57 unter der Leitung des Renaissancebaumeisters Nickel Gromann entstanden. Andere Teile des Schlosses wurden mit dem Wiederaufbau (1647-1690) nach der Zerstörung durch einen Brand im Dreißigjährigen Krieg geschaffen.





Bei den Freilegungsarbeiten wurden Details, wie der romanische Aborterker und Lichtschlitze durch die eingesetzten Arbeitskräfte in beeindruckender Qualität ergänzt. Umfangreiche Kelleranlagen und Kasematten aus dem 16.Jahrhundert wurden von Schutt und Müllablagerungen beräumt und teilweise statisch gesichert.





Zwei als Verlies interpretierbare Räume sowie ein Abort- und Kanalisationssystem derselben Zeitstellung konnten unter der Burgkapelle St.Jacobi freigelegt werden.





Die imposante dreibogige Brücke aus der Mitte des 18.Jahrhundert, über den ursprünglich dreißig Meter breiten und sechs Meter tiefen Burggraben wurde nach der Freilegung 2002 statisch gesichert und saniert sowie die nicht mehr vorhandene Brückenbrüstung erneuert.





Nach einer sehr aufwendigen Sanierung des Amtshauses im Jahre 2004/2005 befindet sich jetzt darin eine ständige Ausstellung zur Geschichte der früheren Schlossanlage, in welcher auch ein Modell des Schlosses zu sehen ist.